2012
04.29

(CE/DE) Sicher einer der schönsten Orte am Ammersee ist das Strandbad Utting. Man lehne sich an die warmen Holzplanken des Bootshauses der Wasserwacht und genieße den einzigartigen Blick quer über den See auf das Zuspitzmassiv. Ende April, bei 25 Grad am Abend! Im See waren wir auch, ca. eine Minute in bitzelnd kaltem Wasser.

2012
04.24

(CE) Einer meiner Lieblingsorte in München ist die StaBi. Für alle Nicht-Münchner: die Bayerische Staatsbibliothek an der Ludwigstraße. Vor ihrem Hauptportal befinden sich diese vier Herren. Da wirklich niemand, außer vielleicht der Direktor der StaBi, spontan sagen kann, wer sie sind, heißen sie in München schlicht “Die vier Heiligen Drei Könige”.

Für alle, die angeben wollen, wenn Sie mit ihrem Cabrio die Ludwigstraße runterrollen, hier die Auflösung: Ganz links sitzt der Begründer der Geschichtsschreibung Thukydides, daneben Homer, der Dichter der Ilias und Odyssee. Der dritte im Bunde ist der Philosoph Aristoteles. Ganz rechts schließlich der berühmteste Arzt der Antike Hippokrates. Die vier weisen auf die Sammlungsschwerpunkte der 1843 fertiggestellten Staatsbibliothek: Geschichte, Literatur, Philosophie und Medizin. Wahre Könige der Wissenschaft, aber eben vier bzw. drei.

2012
03.29

(CE) Heute Vormittag fand die Pressekonferenz zur Ausstellung ´Frauen. Pablo Picasso, Max Beckmann, Willem de Kooning´ mit anschließendem Rundgang durch die Räume statt. Für die Besucher hat man Spitzenwerke dreier absoluter Hochkaräter des 20. Jahrhunderts versammelt und miteinander in Dialog gebracht. Frauenbilder unterschiedlichster Auffassung, nicht nur malerischer: Idole und Gegenbilder, Welt- und  Zeitbilder, Bilder der Harmonie und Selbstvergessenheit, der Verheißung und Bedrohung, der Passion, Ekstase und Exalthiertheit (so die Überschriften einzelner Säle). Hier erste Eindrücke:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KUNST-TOUR ist ein Netzwerk von Kunsthistorikern und bietet Museums-, Ausstellungs- und Stadtführungen sowie Kulturprogramme in und um München.

2012
03.14

(CE) Vor wenigen Tagen jährte sich der 94. Todestag von Frank Wedekind. Aus gegebenem Anlass – heute soll endlich der Frühling mit warmen Temperaturen kommen – möchten wir an ihn und sein bekanntes Stück ´Frühlings Erwachen´ erinnern. Unter dem Titel ´Spring Awakening´ lief es ab 2006 als Musical am Broadway und ging anschließend weltweit auf Tour. Letzten Sommer brachte das Deutsche Theater München das Musical auf die Bühne. Irgendein deutsches Theater spielt das Stück eigentlich immer, gerade war Premiere im Theater Oberhausen.

Frank Wedekind war die alles überragende Gestalt der Schwabinger Bohème, ihr Spiritus rector, ein Tausendsassa, Autor, Redakteur, Schauspieler, Regisseur, Kabarettist, Inspirator. Allgemein bekannt wurde er 1898, als er mit einem satirischen Gedicht in der Zeitschrift ´Simplizissimus´ Kaiser Wilhelm II. herrlich veräppelte. Prompt wurde er der Majestätsbeleidigung angeklagt. Seiner Verhaftung entzog er sich durch eine Flucht nach Paris. Kurz zuvor absolvierte er noch einen Auftritt im Künstlerlokal Café Minerva (damals Akademiestraße 9). Hinter den Kulissen lauerte bereits ein Polizeidetektiv, wie sich Lovis Corinth beeindruckt von der Chuzpe Wedekinds erinnerte.

Wedekind stellte sich dann später der Polizei und erhielt (übrigens wie später Herr Hitler) sechs Monate Festungshaft. Im Unterschied zum Zuchthaus war dies eine erleichterte Haft für politische Straftäter, die nicht als kriminell angesehen wurden. Nach drei Monaten wurde Wedekind wieder entlassen und konnte weitermachen. Sein Stück ´Frühlings Erwachen´ übrigens handelt von der Pubertät (Untertitel: Eine Kindertragödie) und ist eine komisch-tragische Abrechnung mit der damaligen Sexualmoral. Im Kern betrifft es die Probleme jeder jungen Generation und bleibt daher immer aktuell. Hier der gesamte Text im Projekt Gutenberg von spiegel online.

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2012
02.24

(CE) Farbige Gebäudeoberflächenflächen sind das Kennzeichen des Berliner Architektenpaars Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton. Ihre Münchner Bauten stellt zur Zeit eine kleine, aber feine Ausstellung der Architekturgalerie in der Türkenstraße 30 vor, passenderweise gleich gegenüber dem wichtigsten Bau der Architekten, dem 2009 eröffneten Museum Brandhorst (Bild).

Die Ausstellung zeigt die extrem aufwändig gestalteten, hoch interessanten Modelle aller Münchner Bauten. Sauerbruch betonte kürzlich in einem Interview, dass Computersimulationen die verschiedenen Wirkungen der farbigen Fassaden einfach nicht in Gänze wiedergeben könnten. Gerade fertig, aber noch nicht eingeweiht ist das ADAC-Gebäude der Architekten an der Hansa-Straße, dessen gelblich changierende Fassade vom Mittleren Ring aus gut zu sehen sind. In unserem Viertel in der Nähe des Schwabinger Tors wird gerade ein hässlicher, in Braunglas verkleideter ehemaliger Nixdorf-Bürobau von Sauerbruch Hutton neu bemaltet. Das Modell zeigt, wie die wunderbar schwingende Fassade je nach Blickwinkel ihre Farbe wechselt. Das ist sehr intelligent gemacht. Wirklich großartig ist auch das Wohn- und Geschäftshaus, was gerade in der Königinstraße entsteht. – Genug geschwärmt, die Ausstellung läuft noch bis zum 30.3., hier der Link.

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2012
02.16

(CE) Gestern hatte ich das Vergnügen, in der Reihe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ´30 Minuten – ein Werk´ über das wunderbare Gemälde von Lovis Corinth ´Fischerfriedhof auf Nidden´ einen Vortrag zu halten. Das meisterhaft gemalte , athmosphärisch dichte Werk in der Neuen Pinakothek besitzt eine große Tiefe. Hier der Link auf die Kunst-Tour Seite, auf welcher der Download des Vortrages zu finden ist.

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2012
02.08

(CE/DE) Mit zwei sehenswerten Ausstellungen wartet seit einer Woche die bekannte Galerie Klüser auf. In der Dependance Klüser 2 in der Türkenstraße (Bild) zeigt sie den spanischen Multimedia-Künstler Bernardí Roig, während sie im Stammhaus in der Georgenstraße eine Schau grafischer Werke von Größen wie Joseph Beuys, Alex Katz, Olaf Metzel, Stephan Balkenhol und anderen präsentiert. Roigs Werk kreist um die menschliche Figur und experimentiert mit den Möglichkeiten ihres Ausdrucks und ihrer Deformation. Seine Installationen verstören und üben einen starken suggestiven Reiz aus, indem sie mit den unterbewussten Erfahrungen des Betrachters spielen.

Für die eigenen Räumlichkeiten sicher geeigneter sind die Werke im Haupthaus. Teilweise sind sie sogar erschwinglich, falls man nicht gerade zu einer Beuys-Zeichnung im Wert von über 100.000 € greift (das teuerste Exponat). Entdeckungen waren für uns die Arbeiten noch nicht so bekannter Künstler wie Jorinde Voigt (Bild), David Godbold und Donald Baechler. Hier geht´s zur Website der Galerie Klüser.

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2012
01.27

(CE/DE) Was gibt es Schöneres als in dieser unwirtlichen Jahreszeit in ein gemütliches bayerisches Wirtshaus einzukehren? Wir haben überlegt, welche fünf Wirtshäuser im Münchner Innenstadtbereich unsere persönlichen Favoriten sind. Die folgende Liste ist kein Ranking, das würde uns wirklich schwerfallen, sondern einfach alphabetisch. Viel Spaß, Prost und lasst´s es eich schmecka.

Andechser am Dom
Immer gut besucht, sehr qualitätvolle Speisen und Getränke aus dem Kloster Andechs, sehr zentral gelegen.

Adresse: Weinstr. 7a (Zentrum)
Öffentliche Verkehrsmittel:
U/S-Bahn Marienplatz
Telefon: (089) 298481
Website: www.andechser-am-dom.de

 

Augustiner-Restaurant
Hier findet Ihr immer einen Platz, hervorragendes Bier. Sehenswerte Räume, besonders schön: der Muschelsaal.

Adresse: Neuhauser Str. 27 (Zentrum)
Öffentliche Verkehrsmittel:
U/S-Bahn Karlsplatz – Stachus
Telefon: (089) 23183257
Website: www.augustiner-restaurant.com

 

Fraunhofer
Urig-bayerisch, tolle Atmosphäre, schönes Mobilar, einfache gute Speisen.

Adresse: Fraunhoferstr. 9 (Gärtnerplatzviertel)
Öffentliche Verkehrsmittel:
U-Bahn Fraunhoferstraße
Telefon: (089) 26 64 60
Website: www.fraunhofertheater.de

 

Wirtshaus in der Au
Liebevoll eingericht, nettes Personal, auch mit Kindern gut zu besuchen. Prima Küche.

Adresse: Lilienstr. 51 (Au)
Öffentliche Verkehrsmittel:

S-Bahn Isartor
Telefon:
(089) 4481400
Homepage: www.wirtshausinderau.de

 

Zum Dürnbräu
Versteckt gelegen, Geheimtipp. Über 500 Jahre alt. Wegen Renovierung bis zum 31.1.2012 noch geschlossen.

Adresse:
Dürnbräugasse 2 (Zentrum)
Öffentliche Verkehrsmittel:
U/S-Bahn Marienplatz
Telefon: (089) 222195
Website: www.zumduernbraeu.com

 

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2012
01.15

(CE/DE) Grüß Gott Herr Schiedermeier, schön, dass Sie mit dem Münchner Kindl kurz für uns Zeit haben. Gibt es unter den Tänzern wirklich noch Schäffler, also Fassmacher?
Ja, es sind fünf wirkliche Schäffler mit dabei. In der Fassfabrik Schmid in der Straubinger Straße sind die angestellt. Ansonsten sind es Handwerker. Aber es san auch Banker mit dabei. Jeder, der die Tradition weiterführen möchte, ist bei uns herzlich willkommen.

Wie lange und wie oft proben Sie vor der jeweiligen Tanzsaison?
Traditionell wird ab Ende der Wiesn begonnen. Dieses Mal war es der 4. Oktober. Ab da haben wir zwei Mal die Woche geprobt, bis auf die Weihnachtswoche.

Wie viele Tanzsaisons haben Sie persönlich schon mitgemacht?
Des ist mei zweite.

Warum tanzen Sie nur alle sieben Jahre?
Es gibt da mehrere Möglichkeiten, so wie es auch auf unserer Internetseite steht. Die Pest ist komischerweise in einem Rhythmus von sieben Jahren aufgetaucht. Man hoffte, durch das Tanzen alle sieben Jahre der Pest so Einhalt zu gebieten. Sieben ist eine magische Zahl, des kommt auch mit dazu.

Was mögen Sie besonders am Schäfflertanz?
Erstes Mal, dass er nur alle sieben Jahre ist. Das Schöne ist einfach des, wie sich die Leut freuen, wenn wir kommen. Wir sind im Endeffekt nicht so ein Gaudiverein oder Faschingsverein, sondern wir sind wirklich zur Erhaltung der Tradition da. Und von der Landeshauptstadt auch beauftragt, des Ganze weiterzuführen. Und des ist auch das Schöne.

Ist es besonders schwierig, den Schäfflertanz zu tanzen?
Wenn man den Schritt, also diesen Schlurferschritt, wenn man den einmal intus hat, dann kann man das eigentlich recht locker tanzen. Dann muss man halt die Choreografie mit einstudieren und dann ist des alles eigentlich kein Hexenwerk.

Haben die einzelnen Tanzfiguren wie Schlange, Laube, Kreuz oder Krone eine bestimmte Bedeutung?
Ja, haben sie. Die Schlange zum Beispiel ist der Lindwurm und steht für die Pest. Dann das Kreuz, dadurch dass wir in Bayern san, das Katholische. Hommage an die Kirche. Dann die Krone, das sind die bayerischen Könige. Wir sind sehr verbunden mit dem Hause Wittelsbach. Die Laube ist einfach so mal mit dazugekommen. Die vier kleinen Kreise dagegen erinnern an die höfischen Tänze im Mittelalter.

Der Legende nach signalisierten und feierten die Schäffler mit ihrem öffentlichen Tanz das Ende des Pest in München. Was feiern Sie heute mit dem Tanz?
Wir erinnern an das Ganze und wollen einfach die Tradition aufrecht erhalten. Und auch wenn es a mal den Leut nicht so gut geht, einfach wieder Freude verbreiten. Jeder lacht und jeder freut sich. Des ist eigentlich unser Anliegen, dass wir einfach Fröhlichkeit verbreiten können und dann passt des scho.

Was sagen Ihnen die Menschen? Von wem bekommen Sie das meiste Lob? Von den Münchnern oder von den Touristen?
Von allen. Sie freuen sich einfach alle, wenn wir da san und wenn der Tanz gelingt. Jung und alt. Wir kriegen unheimlich viele positive Rückmeldungen von 20 /25-jährigen, die sagen: „Uih, des hab ich ja schon in der Grundschule damals gesehen.“

Was sind Sie eigentlich von Beruf?
I bin Elektromeister.

Herr Schiedermeier, herzlichen Dank für dieses Gespräch und weiterhin ganz viel Erfolg.
Die Schäffler tanzen noch bis zum 21.2. (Faschingsdienstag). Alle Termine sowie viele Informationen zum Schäfflertanz gibt es auf der offiziellen Website des Fachvereins der Schäffler Münchens.

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2011
12.21

(CE/DE) Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs frohe und erholsame Weihnachtstage. Mit diesem Bild einer Münchner Krippe aus dem Bayerischen Nationalmuseum und einem Weihnachtsgedicht von Bert Brecht schließen wir dieses Jahr ab. Wir sehen und melden uns wieder an gleicher Stelle 2012. Allen einen guten Rutsch und bis bald – Christoph und Daniela Engels

Bertold Brecht

Die gute Nacht

Der Tag, vor dem der große Christ
zur Welt geboren worden ist,
war hart und wüst und ohne Vernunft.
Seine Eltern, ohne Unterkunft,
fürchteten sich vor seiner Geburt,
die gegen Abend erwartet wurd,
denn seine Geburt fiel in die kalte Zeit.
Aber sie verlief zur Zufriedenheit.
Der Stall, den sie doch noch gefunden hatten,
war warm und mit Moos zwischen seinen Latten,
und mit Kreide war auf die Tür gemalt,
dass der Stall bewohnt war und bezahlt.
So wurde es doch noch eine gute Nacht,
auch das Heu war wärmer, als sie gedacht.
Ochs und Esel waren dabei,
damit alles in der Ordnung sei.
Eine Krippe gab einen kleinen Tisch,
und der Hausknecht brachte heimlich einen Fisch.
(Denn es musste bei der Geburt des großen Christ
alles heimlich gehen und mit List.)
Doch der Fisch war ausgezeichnet und reichte durchaus
und Maria lachte ihren Mann wegen seiner Besorgnis aus
denn am Abend legte sich sogar der Wind,
und war nicht mehr so kalt, wie die Winde sonst sind.
Aber bei Nacht war es fast wie ein Föhn,
Und der Stall war warm und das Kind war sehr schön.
Und es fehlte schon fast gar nichts mehr,
da kamen auch schon die Dreikönig daher!
Maria und Joseph waren zufrieden sehr.
Sie legten sich sehr zufrieden zum Ruhn.
Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun.

 

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