Fotogalerie: Bars, Restaurants und Cafés in Altschwabing

(CE/DE) Eine Zeit lang drohte Altschwabing rund um die Feilitzsch- und Occamstraße zur Münchner Ballermann-Meile zu werden. Fahrer und Besatzung tiefer gelegter 3-er BMWs machten die Straßen unsicher und bevölkerten die Lokale. Zwar gibt es sie noch, die unsäglichen karibischen Cocktailbars und rustikal gemütlichen Bierstüberl, doch haben sich in den letzten Jahren sehr interessante Bars, Restaurants und Cafés etabliert, die den Charakter des Ausgehviertels positiv verändert haben.

Altschwabing hat als Künstler- und Amüsierviertel eine große Tradition. In der Feilitzschstraße 3 lebte und malte Paul Klee, in der Nr. 32 vollendete der junge Thomas Mann seine Buddenbrocks. Legendär ist die Schwabinger Gisela, heute Vereinsheim, in der Occamstraße 8, wo Stars wie Kirk Douglas, Leonard Bernstein, Orson Welles oder Udo Jürgens zu Gast waren. Darauf kann man aufbauen.

Hier ein Rundgang und eine kleine Fotogalerie mit Ausgehtipps:

Am besten erreicht man Altschwabing mit der U-Bahn. Die Station Münchner Freiheit wurde in den letzten Jahren umfassend modernisiert. Das gestalterische Konzept hat der Designer und Lichtkünstler Ingo Maurer entworfen. Leuchtend gelbe Wände, blaue Lichtstelen-Pfeiler und eine komplett verspiegelte Decke geben der Station einen futuristischen Touch.

Gleich ums Eck in der Feilitzschstr. 7 gibt es sie noch: die berühmt berüchtigte Schwabinger 7. Seit 1948 in einem Barackenbau untergebracht, ist sie einfach nicht tot zu kriegen. Ihre Wände schwitzen den Dunst von Jahrzehnte langem Konsum von Alkohol, Tabak und anderer Drogen aus. Die Bar ist eng, stickig, man steht auch schon mal in Bierpfützen, doch einfach unerreicht. Nicht vor 23 Uhr betreten.

Weiter geht´s die Feilitzschstraße runter. Fast an ihrem Ende die Trattoria Seerose. Angenehm einfach eingerichtet, trotzdem schick. Gehobene italienische Küche mit überraschenden Elementen. Dreigängige Mittagsmenus zu kleinen Preisen, abends dann deutlich teurer. Sehr nette Bedienung. – Jetzt rechts in die kleine gepflasterte Gunezrainerstraße runter in Richtung Englischer Garten, gleich links

der Kiosk St. Moritz. Noch sind die Liegestühle frei. Doch sobald das Thermometer die 10 Grad plus Marke überschritten hat, findet man kaum Platz rund um das kleine Café und den Tante-Emma-Laden. Typische Gäste: Schwabinger Originale, Künstler und Mütter, deren Kinder im Sand buddeln.  In der Nachmittagssonne ein bisschen Strandfeeling zu tanken, auch wir lieben es. Zurück zur Feilitzschstraße.

Am Wedekindplatz dann rechts abbiegen in die Occamstraße. Das Vereinsheim, Lieblingslokal der Sportfreunde Stiller, ist mittlerweile eine Marke. Klar werden hier wichtige Fußballmatches übertragen, aber viel wichtiger und besonderer sind die vielen Kleinkunst-Veranstaltungen, etwa jeden Montag Abend Blickpunkt Spot. Das Heim ist einfach lässig wie das angenehm gemischte Publikum. Hier ein interessanter Film.

Weiter nun links in die Haimhauserstraße zum Café Ringelnatz. Das sympathische Café mit sehr günstigen Tagesgerichten und einer kleinen Abendkarte empfiehlt sich für einen Capuccino oder eine Latte am Nachmittag. Besonders gut auch die Kuchenauswahl. Den Partykeller haben wir mal für eine Geburtstagsfeier zu einem fairen Preis angemietet. Die Straße runter und in die Markstraße Nr. 15 abbiegen:

Das ist Alexander und sein Café und Feinkostladen Das Gaumenspiel. Zu essen gibt es hier tolle Quiches, Suppen und Salate. Gaumenspiel besteht erst seit Kürzerem und wir drücken dem Besitzer ganz fest die Daumen, denn er und sein Laden sind einfach klasse. Phantastisch die Auswahl an Leckereien aus aller Welt, wer z.B. ein kleines (Gast)geschenk braucht, wird hier 100 % fündig.

Über die Hessenloher Straße nun zur Münchner Freiheit, dem Hauptplatz des Viertels mit dem bekannten Café Münchner Freiheit und großen Wasser-Spielplatz (übrigens die Kombination für Menschen mit Kindern). Unser Lieblingscafé am Platz ist das Black Bean. Ideal ist es, wenn man eines der Sofas oder einen der breiten Ledersessel ergattert. LAN Anschluss ist inklusive.

Donnerstags ist immer Markt an der Münchner Freiheit. Heftig in action, besonders zur Mittagszeit, ist dann Stefan Huspenina. Seine mobile Burger- und Burritos-Braterei eat the street ist stark gefragt. Kein Wunder, denn was Stefan auf seinen Grills zaubert, ist keine Massenware, das sind echte American Burger. Dafür steht man dann auch in der Kälte gerne an.

So, das war sie, unsere kleine Tour durch Altschwabing. Zurück mit der U-Bahn, dem Bus oder seit Dezember 2009 auch mit der Tram. Die neue Haltestelle, eine filigrane, fast jugendstilhafte Stahlkonstruktion auf 18 Stützen im i-pod Weiß, halten wir für preiswürdig. – Wer möchte, kann diese Orte gerne in Kombination mit unserem Schwabing-Spaziergang kennenlernen.

KUNST-TOUR ist ein Netzwerk von Kunsthistorikern und bietet Museums-, Ausstellungs- und Stadtführungen sowie Kulturprogramme in und um München.

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