House of Wonders – und das schon sieben Wochen vor Weihnachten!

(DE) ´House   Wonders´ steht in farbigen Lettern auf T-Shirts, die hoch oben an einer Wäscheleine baumeln. Alle zehn Minuten startet eine Drohne und fügt das „of“ in eine Lücke dazwischen. Sie trägt ein gestricktes Oberteil und ähnelt eher einem possierlichen Haustierchen als einem technischen Gerät.

www-kunst-tour-de_aisslinger1Nach Konstantin Grcic ist nun der Berliner Produktdesigner Werner Aisslinger der Einladung der Neuen Sammlung nachgekommen, für die Paternoster-Halle in der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwerfen. Dazu verwandelte er diesen Ort in ein interaktives, sehr farbenfrohes Wunderhaus, das aus verschiedenen Modulen besteht.

Aisslinger zeigt veränderbare, ungewöhnlich kombinierte Wohn- und Arbeitssituationen. Die Verbindung aus Work und Wellness zum Beispiel funktioniert in einer „Farming-Cooking-Landscape“, einer Mischung aus Küche, Wohnzimmer und Gewächshaus. In einem Raum können Pflanzen geerntet, auf einer bodennahen Kochstelle zubereitet und zugleich nach Nomadenart darumherum sitzend genossen werden. Wenn man genauer darüber nachdenkt, eine Idee, die unser aller Wohn-Ess-Konzept revolutionieren könnte. Und ungemein gesellig ist es auch noch!

Werner Aisslinger vor seinem House of Wonders

Werner Aisslinger vor seinem House of Wonders

Im Obergeschoss findet sich das „Chamber of Books“, eine modern interpretierte Bibliothek mit Regalen, die auch aus Büchern bestehen. Daneben liegt „My Jungle“, ein Rückzugsort voller Pflanzen, die besonders viel Sauerstoff produzieren. Zusammen mit speziellen Sitzmodulen und Schaukeln entsteht hier ein wahres Outdoor-Gefühl. Auch die beiden Paternoster der Halle wurden in die Wohnsituation einbezogen und präsentieren wie selbstverständlich Highlights aus Aisslingers Designerschatz.

Vor der Wohnsituation dann eine Art Garten, in dessen Beeten und einem Gewächshaus Möbel gezüchtet werden. Eine couchartige Hollywoodschaukel lädt zum Relaxen ein, während ein freundlich aussehender Gartenroboter – auch wieder mit Strickpullover – leise surrend die Gartenarbeit übernimmt.

Ergänzt wird die Ausstellung ab Ende November im Außenbereich des Museums. An der Südseite der Pinakothek wird einer von Aisslingers „Loft Cubes“ aufgebaut, eine temporäre minimalistische Wohneinheit für den nomadenhaften Lebensstil der Menschen im urbanen Umfeld. Wir sind gespannt…

Werner Aisslinger spielerisches und doch sehr funktionales Design erfreut die Sinne. Themen wie Upcycling (Aus Alt mach Neu), Self Feeding Systems (Objekte, die sich selbst regenerieren) und der Einsatz von erstaunlichen Materialien (z.B. Spitzennetze aus dem Erzgebirge, die mit Kunststoff stabil gemacht wurden) zeichnen sein Werk aus. Zu bewundern ist die Ausstellung bis zum 17.9.2017 –  gerne auch mit einer fachkundigen Führung von Kunst-Tour. Es lohnt sich!

2 thoughts on “House of Wonders – und das schon sieben Wochen vor Weihnachten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.