Schnappschuss: Endlich befreit

(CE) Drei Jahre, drei lange Jahre war sie verhüllt, die Schöne. In diesen Tagen werden endlich die letzten Gerüste abgebaut. Nun strahlt sie wieder, die wunderbare, einzigartige Theatinerkirche im hellen Münchner Gelb. Viele ausländische Gäste bestätigen uns bei unseren Führungen, dass der Blick von der Feldherrnhalle auf die Theatinerkirche und dann weiter über den Odeonsplatz zur Ludwigstraße zu den schönsten in Europa gehöre. Das ist wohl wahr. Ohne die von Francois Cuvilliés vollendete Fassade der Hofkirche der Wittelsbacher würde dem Odeonsplatz gewaltig etwas fehlen: die Grandezza des römischen Barock. Diesen nämlich haben die italienischen Architekten Barelli, Spinelli und Zuccalli in einer Gemeinschaftsleistung nach München gebracht. Vorbild der Theatinerkirche von 1690 war die römische Kirche Sant´ Andrea della Valle (Wikipedia), die 1650 geweiht wurde. Dieser ebenfalls sehr schönen Kirche jedoch fehlt etwas, was unsere Theatinerkirche hat, nämlich zwei Flankentürme an der Schaufassade. Sie wurden glücklicherweise bei der Theatinerkirche gebaut und tragen wesentlich zu ihrer feierlich heiteren Wirkung bei. Im bayerischen Barock nämlich hat eine Kirche mindestens einen Turm.

Bayerisches Nationalmuseum: Dornröschen erwacht

(DE) Vor ein paar Tagen feierte der dem Barock und Rokoko gewidmete Westflügel des Bayerischen Nationalmuseums nach jahrelanger Sanierung seine glanzvolle Wiedereröffnung. Dort werden nun mehr als 600 Exponate, Skulpturen, Möbel, Gemälde, Porzellanfiguren, Prunkwaffen und vieles mehr aus dem 17. und 18. Jahrhundert in neuem Licht präsentiert. Sie zeugen von den Kunstvorlieben und dem Geschmack der bayerischen Kurfürsten.

Besondere Highlights sind der sogenannte Gartensaal, der sich den Facetten der barocken Gartenkunst widmet, außerdem das sogenannte Landshuter Zimmer, dessen aufwändige Gestaltung die Wohnwelt des Adels im 18. Jahrhundert erlebbar macht. Einen weiteren Schwerpunkt bilden schließlich die lebensgroßen Skulpturen von Johann Baptist Straub und Ignaz Günther.

Besondere Mühe gab man sich bei der Beleuchtung, für die ein französischer Lichtdesigner engagiert wurde. Er sorgte im komplexen Zusammenspiel von Kreativität und modernster Technik dafür, dass die Objekte in den Vitrinien, die minimalistischen Theaterbühnen gleichen, individuell ausgeleuchtet werden. Jeweils bis zu 250 winzige LEDs wurden dafür punktgenau auf interessante Stellen der Kunstwerke gerichtet und lassen einen als Betrachter Details sehen, die man sonst sicher nicht entdeckt hätte – ein ganz besonderes Erlebnis!

Auch in der Kunstvermittlung setzt das Museum nun auf Multimedia, so ermöglichen Medienstationen mit Touchscreens spannende Blicke, beispielsweise hinter verschlossene Schranktürchen. Begeben Sie sich demnächst einmal auf eine Reise durch die bayerische Kunst- und Kulturgeschichte, gerne mit einer fachkundigen Führung durch Kunst-Tour.

Im Anschluss kann man im schön gestalteten begrünten Innenhof, der einem französischen Schlossgarten nachempfunden ist, bei einer Tasse Kaffee oder anderen Erfrischungen die Seele baumeln lassen. Bilder der alten und neuen Räumlichkeiten finden Sie auf unserer Kunst-Tour Website.