Teezeremonie im japanischem Teehaus im Englischen Garten

(DE) Alle haben davon gehört, aber die wenigsten finden den sehr lohnenden Weg dorthin: Im südlichen Teil des Englischen Gartens gleich hinter dem Haus der Kunst steht seit 1972 das japanische Teehaus auf einer kleinen Insel. Eines von ganz wenigen außerhalb Japans. Von April bis Oktober findet dort an jedem zweiten Wochenende im Monat eine traditionelle Teezeremonie statt, die ich kürzlich miterleben durfte.

Bei einer japanischen Teezeremonie, auch der Weg des Tees genannt, lässt der Tee-Meister in einem einfachen Raum eine Atmosphäre der Besinnung und Konzentration entstehen, die einen so schnell nicht mehr loslässt. Dabei unterliegt jeder Vorgang von der Körperhaltung bis hin zu den Geräten strengen Regeln, die der Zen-Philosophie nahestehen. Die japanische Teekunst umfasst nicht nur die korrekte Zubereitung des Tees, sondern bezeichnet allgemein die gesamte Einstellung der Menschen zum Teegenuss.

Der Vorführungsraum strahlt mit seinen gedämpften Erdfarben, japanischen Papierwänden und den Tatamimatten eine angenehme Ruhe aus. Nach einer kurzen Einführung in die Hintergründe der Zeremonie beginnt die Vorführung, deren vier Prinzipien Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille sind. Gezeigt wird ein Ausschnitt einer traditionellen Zeremonie, bei der ein bayerisch sprechender Gastgeber für eine Japanerin, beide im Kimono, den Tee zubereitet und stilvollendet kredenzt

Dies geschieht vorwiegend auf den Knien, mit vielen Verbeugungen und abgezirkelten hochkonzentrierten Bewegungen. Sehr berührend ist dabei die große Achtsamkeit vor allen Gegenständen, dem verwendeten Wasser und dem edlen grünen Teepulver, das mit einem Bambusbesen zu einer schaumigen Flüssigkeit geschlagen wird. Durch das nochmalige Reinigen der (selbstverständlich längst schon sauberen) Teeschale mit einem Seidentuch erweist der Gastgeber dem Gast seinen tiefen Respekt. Im Anschluss an die Vorführung servieren zwei Japanerinnen in pastellfarbenen Kimonos auch den Zuschauern grünen Matchatee in hübschen Schalen und einen kleinen japanischen Keks, dessen intensiver Geschmack vor dem herben Tee genossen werden soll.

Wenn man das kleine Refugium über die Brücke wieder verlässt, nimmt man die Umgebung, den Park und die Flaneure dort viel intensiver und genauer wahr als vorher. Und vielleicht kann man etwas von eben aufgenommenen der Achtsamkeit in Zukunft in den Alltag integrieren. Für noch mehr Japanfeeling findet jedes Jahr an einem Juliwochenende rund um das japanische Teehaus das Japansommerfest statt mit einer bunten Mischung aus Bühnenvorführungen, sportlichen Veranstaltungen und Darbietungen von Japanvereinen aus dem Raum München. Hier die Website mit den Vorführterminen: www.urasenke-muenchen.de

KUNST-TOUR ist ein Netzwerk von Kunsthistorikern und bietet Museums-, Ausstellungs- und Stadtführungen sowie Kulturprogramme in und um München.

Fotogalerie: Bankerl-Schuidl im Englischen Garten und Hofgarten

(CE/DE) Seit einigen Jahren kann man Bank-Patenschaften in den staatlichen Parks Münchens übernehmen. Text und Gestaltung legen die Stifter fest. Und da sind manche wirklich erfinderisch. Unsere Top-10 Schuidl im Englischen Garten und Hofgarten findet Ihr in dieser Fotogalerie.

Mittlerweile gibt es in den beiden Gärten so gut wie keine Sitzgelegenheiten ohne Plaketten mehr. Die Schlösserverwaltung hat deshalb die Patenschaften auf die Parkbänke in Schloss Nymphenburg und Schleißheim ausgeweitet. Hier gibt es noch Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Patenschaft kostet 200 € und ist, wie wir finden, ein tolles Geschenk. Ansprechpartner ist die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kunstwerk Englischer Garten

(CE) Kaum einer kennt oder beachtet dieses kleine Denkmal am südwestlichen Eingang des Englischen Gartens in der Nähe der Prinzregentenstraße. Es trägt – aus heutiger Sicht – zwei recht amüsante Inschriften, welche sich seit 1796 an alle Nutzer des Gartens richten. Die vordere lautet: „Lustwanderer steh. Dank staerket den Genuss. Ein schoepferischer Wink Karl Theodors, vom Menschenfreunde Rumford mit Geist, Gefühl und Lieb gefasst, hat diese ehemals oede Gegend in das, was du nun um dich sihest, veredelt.“

Kurfürst Karl Theodor hat den Englischen Gartens in Auftrag gegeben. General Graf Rumford, alias Benjamin Thompson, legte mit seinen Soldaten den ersten Park an. Karl Theodors Wink (mit dem Zaunpfahl) an die Münchner Bürger, die den aus Mannheim zugereisten Regenten nicht sehr mochten, lautet: Seid jetzt bitte  schön dankbar. Ähnlich direkt und noch pädagogischer ist die Inschrift auf der Rückseite. Dort heißt es zum Abschied: „Lustwandler geh! und sinne nach ihm gleich zu sein, an Geist und That, und uns an Dank.“

Der Englische Garten ist voller kunst- und kulturgeschichtlich interessanter Bauten und Denkmäler. Das sog. Rumford-Denkmal mit seinen Inschrifttafeln ist nur eins davon. Der seines Zeichens größte Stadtpark der Welt selbst ist ein Kunstwerk von absolutem Weltrang. In seiner Anlage und Komposition ist der mehr als vier Quadratkilometer große englische Landschaftspark einzigartig. Lust auf eine Führung mit dem Fahrrad oder zu Fuß? Letzteres bieten wir übrigens in zwei Geschwindigkeiten an: als Sightwalking oder Sightjogging Tour. Für alle, die Sport, Kunst und Kultur gerne miteinander verbinden.

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