Großflächige Eleganz und lässige Coolness – Alex Katz in der Galerie Klüser

(DE) Hommage an Alex Katz heißt die soeben eröffnete Ausstellung in den beiden Münchner Filialen der Galerie Klüser in der Georgenstraße 15 und Türkenstraße 23. Anlass ist der 90. Geburtstag des immer noch bemerkenswert aktiven New Yorker Malers, der zu den profiliertesten amerikanischen Künstlern der letzten 50 Jahre zählt. Sein Werk liegt zwischen modernem Realismus und Pop Art – mit Anklängen an die große Farbfeldmalerei der 1960er Jahre.

Alex Katz © Photo Kunst-Tour

Alex Katz, Cutout © Photo Kunst-Tour

Klüser präsentiert Werke aus den vergangenen Jahrzehnten: Portraits und Landschaften sowie eines seiner gelungenen Cutouts. Es handelt sich dabei um einen Hybrid aus Gemälde und Skulptur. Ein lebensgroßer Frauenkopf auf Aluminiumplatte gemalt, ausgeschnitten und auf eine Eisenstange montiert. Bereits 1959 entstand das erste Cutout. Weil ihm der Hintergrund nicht gelungen erschien, schnitt Katz die im Vordergrund dargestellte Figur einfach aus der Leinwand heraus, zog diese damals auf Sperrholz auf und montierte sie auf einen Sockel.

Alex Katz, Dark Brown Hat, 2002 © VG Bild-Kunst Photo Mario Gastinger

Alex Katz, Dark Brown Hat, 2002 © VG Bild-Kunst Photo Mario Gastinger

Charakteristisch für die Porträts von Katz sind überlebensgroße Brustbilder und Köpfe vor meist monochrom leuchtenden Hintergründen. Die Gestaltung ist vereinfacht, flächenhaft, fast schablonenartig und der Gesichtsausdruck auf das Wesentliche reduziert. Eine Art Markenzeichen sind glatt aufgetragene Farben und durch eine gewisse Flachheit die Betonung der Zweidimensionalität der Gemälde. Alex Katz: “Mir als Künstler geht es nicht um irgendeine Moral, nicht um Wahrheit, sondern um das Visuelle, die Oberfläche der Dinge.” Von vielen Arbeiten von Katz geht inhaltlich wie formal eine ausgesprochene Lässigkeit und Coolness aus.

Alex Katz, Sparkling Sea 1, 2007, Oil on canvas © VG Bild-Kunst Photo Mario Gastinger

Alex Katz, Sparkling Sea 1, 2007 © VG Bild-Kunst Photo Mario Gastinger

Sehenswert, besonders in der Türkenstraße, sind Katz´ Landschaften, die japanischen Holzschnitten vergleichbar perfekte Augenblicke einfangen. Durch sensible Farbgebung und Lichtregie gelingen Katz hier trotz starker formaler Vereinfachung atmosphärisch dichte Bilder.

Letztes Jahr entwarf Katz übrigens als erster Künstler eine Kollektion für H&M, ein Auftrag, der ganz nach seinem Geschmack war. Er schwärmte: „Es ist aufregend, für H&M zu arbeiten und so Kunst zugänglicher für viele Leute zu machen.“ Die Ausstellungen in den beiden Galerien Klüser laufen bis zum 25. März diesen Jahres.