Cajetan und Cajetan

 

 

 

 

 

 

 

(CE) Rechts im Vestibül der alten Lenbachvilla steht ein ca. 1 Meter kleiner Mann namens Cajetan. Es ist eine mit Textilien bekleidete Bronze des österreichischen Künstlers Erwin Wurm und meine Lieblingsskulptur im neuen Lenbachhaus. Skeptisch steht er da, der Cajetan von Wurm. Sein Gesicht stelle ich mir nicht gerade liebenswürdig vor – ein unangenehmer Zeitgenosse, den es ins Museum verschlagen hat und der mit Kunst nicht viel anfangen kann. Großartig.

Cajetan oder auch Kajetan ist ein schöner alter Name, der in Bayern Tradition hat. 1768 schuf der Barockbildhauer Roman Anton Boos für die Fassade der Theatinerkirche einen Sankt Cajetan. Den Blick gen Himmel gerichtet, präsentiert der Ordensgründer der Theatiner theatralisch eine offenes Buch, in das Boos ein lateinisches Gebet gemeißelt hat. Der Heilige, der von 1480 bis 1547 in Italien wirkte, ist der Patron der Münchner Theatinerkirche.

Cajetan aus dem 21. und aus dem 18. Jahrhundert, es fasziniert immer wieder, wie unterschiedlich im Gang der Zeit die Kunst den Menschen versteht und festhält.

 

KUNST-TOUR ist ein Netzwerk von Kunsthistorikern und bietet Museums-, Ausstellungs- und Stadtführungen sowie Kulturprogramme in und um München.

Top 5: Kirchenbauten in München

(CE/DE) Unsere neue Serie ´Top 5´ starten wir mit den Münchner Kirchen. Welche sollte man gesehen haben? Hier die unserer Meinung nach fünf bedeutendsten, interessantesten, schönsten …,  chronologisch geordnet:

St. Michael
Bauzeit: 1583-1597
Architekt: unbekannt, beteiligt
Friedrich Sustris und Wendel Dietrich
Neuhauserstr. 52, U-Bahn: Karlsplatz/Stachus
Öffnungszeiten:
Täglich 8-19 Uhr
Wohl schönste Renaissance-Kirche Deutschlands. Großartiger Kirchenraum. Grablege der Wittelsbacher, u.a. König Ludwigs II.

St. Kajetan – Theatinerkirche
Erste Bari
Bauzeit: 1663-1768
Architekten: Agostino Barelli, Enrico Zuccalli
und Francois de Cuvilliés d. Ä.
Theatinerstr. 22, U-Bahn: Odeonsplatz
Öffnungszeiten:
Mo-Sa 6-19.30 Uhr, So. 7-19.30 Uhr
Erster barocker Kirchenbau nördlich der Alpen. Hofkirche der Wittelsbacher und ebenfalls Grablege. Fassade von Cuvilliés im Rokoko-Stil vollendet.

St. Nepomuk – Asamkirche
Bauzeit: 1733-1746
Architekten: Cosmas Damian und Egid Quirin Asam
Sendlinger Str. 62, U-Bahn: Sendlinger Tor
Öffnungszeiten:
Mo. – Fr. 7:30-18 Uhr, Sa. 8-19 Uhr
So. 8-15 Uhr
Bedeutender Rokoko-Kirchenbau, als Privatkirche geplant und ausgeführt von den Gebrüdern Asam. Opulenter, theaterhafter Innenraum.

St. Matthäus
Bauzeit: 1953-1957
Architekt: Gustav Gsaenger
Nussbaumstr. 1, U-Bahn: Sendlinger Tor
Öffnungszeiten:
Di. – Fr. 9-16 Uhr
So. 8-12, 17-20 Uhr
Zentralbau aus organischen „Nierenformen“ mit Campanile. Typischer Bau der 50er Jahre von eigener, besonderer Ästhetik.

Herz Jesu
Bauzeit: 1997-2000
Architekten: Allmann Sattler Wappner
Romanstr. 6, U-Bahn: Rotkreuzplatz
Öffnungszeiten:
Täglich 8-19 Uhr außer Di. 8-12
sowie nicht während der Gottesdienste
Maßstäße setzender moderner Kirchenbau. Sich öffnende Fassade. Reduktionistische Formen von kontemplativer Wirkung.

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