Bert Brecht: Die gute Nacht

(CE/DE) Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs frohe und erholsame Weihnachtstage. Mit diesem Bild einer Münchner Krippe aus dem Bayerischen Nationalmuseum und einem Weihnachtsgedicht von Bert Brecht schließen wir dieses Jahr ab. Wir sehen und melden uns wieder an gleicher Stelle 2012. Allen einen guten Rutsch und bis bald – Christoph und Daniela Engels

Bertold Brecht

Die gute Nacht

Der Tag, vor dem der große Christ
zur Welt geboren worden ist,
war hart und wüst und ohne Vernunft.
Seine Eltern, ohne Unterkunft,
fürchteten sich vor seiner Geburt,
die gegen Abend erwartet wurd,
denn seine Geburt fiel in die kalte Zeit.
Aber sie verlief zur Zufriedenheit.
Der Stall, den sie doch noch gefunden hatten,
war warm und mit Moos zwischen seinen Latten,
und mit Kreide war auf die Tür gemalt,
dass der Stall bewohnt war und bezahlt.
So wurde es doch noch eine gute Nacht,
auch das Heu war wärmer, als sie gedacht.
Ochs und Esel waren dabei,
damit alles in der Ordnung sei.
Eine Krippe gab einen kleinen Tisch,
und der Hausknecht brachte heimlich einen Fisch.
(Denn es musste bei der Geburt des großen Christ
alles heimlich gehen und mit List.)
Doch der Fisch war ausgezeichnet und reichte durchaus
und Maria lachte ihren Mann wegen seiner Besorgnis aus
denn am Abend legte sich sogar der Wind,
und war nicht mehr so kalt, wie die Winde sonst sind.
Aber bei Nacht war es fast wie ein Föhn,
Und der Stall war warm und das Kind war sehr schön.
Und es fehlte schon fast gar nichts mehr,
da kamen auch schon die Dreikönig daher!
Maria und Joseph waren zufrieden sehr.
Sie legten sich sehr zufrieden zum Ruhn.
Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun.

 

KUNST-TOUR ist ein Netzwerk von Kunsthistorikern und bietet Museums-, Ausstellungs- und Stadtführungen sowie Kulturprogramme in und um München.

Das Augustiner-Kindl

(DE/CE) Grüß euch und hallo. Hier ist unser erster Eintrag. Auf unserem Bild seht ihr das Augustiner-Kindl. Der Sage nach soll das Kindl in der Münchner Augustinerkirche einem dortigen Pater aus den Händen geglitten und auf dem Boden zerschellt sein. Schnell beiseite geräumt, war es auf wundersame Weise wieder komplett, als man es beim nächsten Weihnachtsfest hervorholte.

Das Kindl war in München als Gnadenbild so beliebt, dass sich viele Münchner Bürgerfamilien eine Kopie davon anfertigen ließen. Eine von diesen (siehe oben) wird im Bayerischen Nationalmuseum in der permanenten Krippensammlung ausgestellt, der – am Rande bemerkt – bei weitem größten und wertvollsten der Welt. Wir meinen: Schee is das Kindl und absolut sehenswert die Sammlung des Nationalmuseums.

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