Kanada und der Impressionismus

In einem neuen Licht

28. Juli - 17. November 2019

Kunsthalle München

Zum ersten Mal in Europa präsentiert die Kunsthalle München Meisterwerke kanadischer Impressionisten vom späten 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Ihre Spur führt zunächst nach Paris, wo sich viele kanadische Maler ausbilden ließen. Einige blieben in Europa, andere kehrten in ihre Heimat zurück – mit einem vom Impressionismus geprägten Interesse, die Stimmung des Augenblicks einzufangen. Neben Szenen aus dem kanadischen Alltag schufen sie Landschaftsbilder, in denen sie das einzigartige Licht und die Natur des Nordens festhielten. Schließlich emanzipierten sich viele Maler und Malerinnen vom europäischen Impressionismus und schufen für ihre junge Nation eine ganz eigene, unverwechselbare Kunst.

Die Spur der jungen kanadischen Kunstszene führt zunächst nach Paris: Die Aussicht auf eine Ausbildung bei den Pariser Malerstars lockte viele KünstlerInnen in das damalige Zentrum des Kunstgeschehens. Einige blieben in Europa, andere kehrten in ihre Heimat zurück, wo sie das kanadische Publikum mit der impressionistischen Malerei bekannt machten. In Szenen des kanadischen Alltags und in Landschaftsbildern fingen sie die einzigartigen Stimmungen ein, die im Zusammenspiel von Natur, Licht und Klima des Nordens entstehen. Mit ihren Werken leisteten sie einen bedeutenden Beitrag zum weltweiten Phänomen des Impressionismus und schufen gleichzeitig eine ganz eigene, unverwechselbare Kunst für die junge kanadische Nation.

»Der Schnee nimmt die Farbtöne des Himmels und der Sonne an. Er ist blau, malvenfarben, er ist grau, sogar schwarz, aber niemals vollkommen weiß.« – Maurice Cullen

Auf den Bildern begegnen uns violett schimmernde kanadische Schneelandschaften mit Pferdeschlitten, imposant aufragende Totempfähle, eine Eisernte in zartem Dunst und quirlige Stadtszenen aus den jungen Metropolen des Landes. Gleichzeitig sind jedoch auch die Straßen von Paris zu sehen, bretonische Wäscherinnen, Damen in Japanmode, lesende Kinder oder Reiter am marokkanischen Strand. Was macht den kanadischen Impressionismus aus? Ist die Staatsbürgerschaft ausschlaggebend, der Geburts- oder der Wohnort der Künstler? Ein Motiv aus Kanada, ein spezifischer Stil? Die Ausstellung beleuchtet anhand einer großen Vielfalt künstlerischer Positionen, inwiefern diese Fragen zu Lebzeiten der KünstlerInnen relevant waren und wie sie die Kunstgeschichte bis heute prägen.

»Der Impressionismus hat uns alle beeinflusst. Er hat uns in den Anfangsjahren ins Freie geführt, und wir sind die meiste Zeit unseres Malerlebens dort geblieben.« – Lawren S. Harris

Nach »Joaquín Sorolla. Spaniens Meister des Lichts« (2016) präsentiert die Kunsthalle München wieder ein kaum bekanntes Kapitel des Impressionismus. Auch die kanadischen Vertreter wagten den Aufbruch in die Moderne: Sie schufen Gemälde, in denen sie mit skizzenhaftem Duktus und kräftigen Farben die Atmosphäre eines Augenblicks, den Wechsel der Jahreszeiten, die Veränderungen des Tageslichts oder die Spiegelungen auf dem Wasser festhielten. Nicht eine Szenerie zu malen, sondern den Eindruck, den diese auslöst – dieses Credo der französischen Impressionisten ist auch in den einfühlsamen Werken der kanadischen KünstlerInnen wahrnehmbar. (Text: Kunsthalle München)

Öffnungszeiten: Mo. - So. 10 - 20 Uhr
Dauer: 60 - 90 min.
Preis: Diese Führung können Sie individuell buchen. Unsere Preise richten sich nach Gruppengröße und Führungsdauer.